Bauen in Graz

Veröffentlicht: 3. Mai 2013 in Gemeinderat
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man könnte wohl ein Buch über dieses Thema schreiben – aber nach 3 Gemeinderatssitzungen habe ich mir mal ein paar Gedanken dazu gemacht.

Überschreitung der Bebauungsdichte: man hört bei Sitzungen des Stadtplanungsausschusses sehr oft „das ist der Spielraum den wir haben“ da geht es fast immer um eine Überschreitung der Bebauungsdichte – es wird dann von der einen oder der anderen Partei noch etwas „hineinreklamiert“ – mal ist es ein Grünfläche, sozialer Wohnbau, Vergünstigungen für die Öffis ….. Argumentiert wird hier meist so – man kann ja überschreiten wenn man dann dafür im „Austausch“ die eine oder andere Sache für die Bürger reinbekommt – macht irgendwie Sinn – oder auch nicht – weil man könnte das ja sowieso vorher fordern?

Verkehrskonzepte: die findet man in den Erstkonzepten – oft geht das bis zur Umsetzung verloren – das heutige Beispiel ist die „green city graz“ in der Ankerstrasse die geplant wird. Bis zu 11 Stockwerke. Gut 1000 Wohneinheiten. Verkehrskonzept? Meiner Meinung nach nicht wirklich vorhanden. Dieses Thema zieht sich aber für mich durch ganz Graz durch – auf der einen Seite brauchen wir Wohnraum Wohnraum Wohnraum damit wir wachsen wachsen wachsen – aber was bringt unser dieser Wohnraum wenn wir immer erst nachher draufkommen ; es aber eigentlich bereits vorher wissen sollten; das diese neuen Grazer Bewohner ja ins Zentrum müssen – durch die Stadt durch müssen – und da keine und zu wenig öffentliche Anbindung vorhanden ist muss man zwangsläufig auf das Auto umsteigen. Daraus ergibt sich noch mehr Stau und mehr Feinstaub und und und – viele viele Dinge die aber absolut nicht positiv sind.

Feinstaub: ich bin noch immer der Meinung, dass wir in Graz dem Feinstaub langfristig nur „Frau/Herr“ werden können wenn wir für ganz Graz ein multimodales Verkehrskonzept erstellen – welches aber nicht an den Stadtgrenzen aufhört sondern vernetzt mit den Umlandgemeinden geplant wird. Uns alle darauf einigen können, dass wir die öffentlichen Verkehrsmittel intensiv ausbauen müssen – Stadtteilkonzepte (green city, smart city, Reinighaus, usw.) nur dann funktionieren werden wenn bereits VORHER die Infrastruktur und Anbindung geplant und auch gebaut wird. Man sollte sogar noch einen Schritt weiter gehen. Großprojekte wie z.B. green city sollten nur mehr dann gebaut werden dürfen wenn auch die Verkehrsplanung in einem Gesamtkonzept vorhanden ist.

„große Bauprojekte in Graz nur mehr mit einem Verkehrskonzept kombiniert genehmigen – zuerst die Verkehrsanbindung realisieren und dann bauen“

was denkt ihr?

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Kommentare
  1. daniel sagt:

    Solange in Graz Aussenbezirke wie zB. St.Peter als reine Wohngettos gedacht werden wird die Stadt nicht gesund wachsen können. Stadtteilkonzepte sind das richtige Stichwort. Das müssen nicht unbedingt Smart Cities werden. Eine Förderung von Grätzelbildung, dorfartige strukturen wären ausreichend. Dazu braucht es eine bewusst gelebte, eigene Identität, öffentliche Orte und Plätze, ausreichend autofreie Zonen, Cafes, Restaurants, Märkte und Schulen. Der Mensch lebt nicht vom zu Hause sitzen. Unsere Stadtplaner und Möchtegernstadtplaner im Rathaus denken noch in Modellen der 70ern und darüber freuen sich eigentlich nur die Investoren, weil schnell, viel Geld gemacht werden kann.
    Ein Trauerspiel.

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